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Lacke & Lasuren: Die Dosen rollen wieder

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Vier Monate nach Brand blickt Biopin optimistisch nach vorn – neue Hallen sollen Ende des Jahres stehen

JEVER/LIA – Es war Freitag, der 10. April, als am frühen Abend ein verheerendes Feuer einen Großteil der Hallen der Farbenfirma „Bio Pin“ im Gewerbegebiet vernichtete. Heute, gut vier Monate danach, erinnern noch behelfsmäßig hochgezogene Wände, geschwärzte Pfeiler und durch die Hitze verzogene Trägerteile der ausgebrannten Versandhalle an die Katastrophe.

Die Mitarbeiter haben seitdem die Ärmel hochgekrempelt, der Betrieb läuft – wenn auch mit kleinen Hindernissen. Doch die sind bald bezwungen, denn wenn alles nach Plan läuft, so hofft José Palm von der Geschäftsführung, stehen Ende des Jahres die neuen Versand- und Lagerhallen. Und zwar genau am selben Ort der abgebrannten Vorgänger, deren Betonplatte abgefräst und wieder verwendet werden kann.

Dort, wo sich vor Monaten noch bergeweise Schutt häufte, stehen heute rote und blaue Wechselbrücken, die als Lagerprovisorium dienen. Denn die zurzeit fehlenden Lagerkapazitäten für Kartonage und Dosen sind eine große Hürde. Die Öle, die vorher in den Hallen in 1000-Liter-Tanks lagerten, sind übergangsweise in anderen Behältern zu finden. In der Produktionshalle wird jede mögliche Fläche zur Zwischenaufbewahrung genutzt, und auch die Firmen Ullrich Verpackungen und Nehlsen haben hilfsbereit Lagerflächen angeboten. Die Produktion läuft, wenn aufgrund der beschränkten Kapazitäten auch anders als gewohnt. Statt einmal einen großen Ansatz von mehreren tausend Litern herzustellen, müssen etliche kleinere Chargen produziert werden. Das ist kosten- und arbeitsaufwendiger und bindet zudem mehr Personal. Zusätzliche Arbeitskräfte, Studenten und 400-Euro-Jobber wurden eingestellt.
Apropos: „Alle Beschäftigten haben ausnahmslos zusammengehalten und mit angepackt, ohne auf die Uhr zu gucken. So ein Team ist Gold wert“, lobte José Palm ihre Kollegen. Beim kurzen Firmenrundgang ist zu spüren: Hier stimmt das Betriebsklima. Hier wird gearbeitet, aber auch gescherzt und gelacht – und das, obwohl die Folgen des Brands für alle allgegenwärtig sind. Wie ein stummer Zeuge steht am Rande des Geländes die komplett ausgebrannte Harley Davidson eines Mitarbeiters der Firmenleitung.

Ein Häuflein Schrott von unendlich vielen. Heute blicken alle optimistisch nach vorn, wissend, dass die Zeit der Provisorien, der Enge und der Klein-Mengen-Produktion in absehbarer Zeit vorbei sein und die bekannte Arbeitsroutine aus der Zeit vor dem 10. April einkehren wird.

Quelle: Artikel Jeversches Wochenblatt – Friesisches Tageblatt vom 27.08.2015
Foto: Cornelia Lüers