biopin.desitemap

Ein Gartenhaus muss her: Planungstipps für Heimwerker

Ein Gartenhaus erfüllt viele praktische Zwecke - braucht aber auch etwas Pflege.

Ein Gartenhaus erfüllt viele praktische Zwecke – braucht aber auch etwas Pflege.

Ob Sie einen Schuppen für Gartengeräte, Fahrräder oder Spielzeug brauchen, ein Winterquartier für die Gartenmöbel oder einen Pavillon für die gemütliche Kaffeetafel oder den rustikalen Grillabend – es gibt viele Gründe, um ein Gartenhaus zu bauen. Größe, Ausstattung, Konstruktion und Material hängen weitgehend von der beabsichtigten Nutzung ab. Was Sie dabei beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Baugenehmigung abhängig vom Bundesland

Ob Sie für Ihr Gartenhaus eine Baugenehmigung brauchen, ist abhängig vom jeweiligen Bundesland. So sind etwa in Brandenburg oder Bayern Gebäude bis zu einem Rauminhalt von 75 Kubikmetern genehmigungsfrei. Im Bundesland Niedersachsen sind es nur 40 und in Nordrhein-Westfalen gerade einmal 30 Kubikmeter umbauten Raums, die ohne Genehmigung aufgestellt werden dürfen. Häufig gelten diese Bestimmungen aber nur für Gebäude ohne Toiletten, Aufenthaltsräume oder Feuerstätten. Sonst sind zum Beispiel in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen solche Bauvorhaben schon ab zehn Quadratmetern Grundfläche genehmigungspflichtig. Es ist daher ratsam, sich zuvor beim zuständigen Bauamt genauestens zu informieren.

Ein Tipp: Wenn Sie einen Bausatz aufstellen wollen, können Sie bei einigen Herstellern bereits vor dem Kauf entsprechende Unterlagen anfordern oder im Internet herunterladen. In aller Regel lässt sich die Erteilung einer Baugenehmigung damit beschleunigen.

Tipps zur Standortwahl

Wenn Sie nicht durch einen Bebauungsplan auf bestimmte Bereiche festgelegt sind und den erforderlichen Grenzabstand von zumeist drei Metern einhalten, sind Sie bei der Standortwahl relativ frei:

– Wollen Sie ein Gartenhaus mit Terrasse oder Veranda bauen, empfiehlt sich eine West- oder Südwest-Ausrichtung, denn dann können Sie dort auch abends noch die letzten Sonnenstrahlen genießen.

– Offene Pavillons sollten einen freien Blick in den Garten erlauben. Weil sie meistens sehr schön gestaltet sind, kann man sie auch zentral im Garten aufbauen. Wenn Sie dagegen Wert auf Abgeschiedenheit legen, ist eine berankte Laube, die etwas abseits steht, eine schöne Alternative.

– Die Nähe zu einem Teich oder einem Bachlauf kann zwar ungemein idyllisch sein, doch sitzt es sich in Ufernähe nicht immer gemütlich – insbesondere dann, wenn in den Sommermonaten stechfreudige Mücken und Schnaken unterwegs sind.

– Halten Sie Abstand zu den Nachbarn, die Freude am neuen Gartenhäuschen wird getrübt, wenn Sie jedes Wort von nebenan mitbekommen.

– In einem reinen Ziergarten ist ein Schuppen für die Gartengeräte in der Nähe des Hauses praktisch. Das erspart Ihnen lange Wege, wenn Gartenarbeiten fällig werden.

– Haben Sie einen Nutzgarten angelegt, sollten Sie sich dagegen eher für einen Platz in der Nähe der Beete entscheiden.

– Denken Sie auch daran: Je zweckmäßiger und einfacher der Schuppen gestaltet ist, desto eher stört er den Blick aus dem Fenster oder von der Terrasse.

Ein Tipp: Haben Sie den richtigen Platz gefunden, verbringen Sie einige Zeit in einem gemütlichen Sessel oder auf einer Liege an dieser Stelle. Danach werden Sie sicher wissen, ob der Standort der richtige ist.

Die richtige Grundlage für Schuppen und Gartenhäuser

Anschließend sollten Sie sich den Boden genauer anschauen. Auch wenn Gartenhäuser und Schuppen nicht unbedingt ein festes Fundament benötigen, wäre es von Vorteil, wenn der Untergrund möglichst eben und nicht zu feucht ist. Um den Bau vom feuchten Erdreich zu trennen, bieten sich Gehwegplatten als zweckmäßige Lösung an. Sie lassen sich zudem mit Keilen so nivellieren, dass die Konstruktion gerade steht.

Die Materialwahl

Egal ob als fertiger Bausatz oder selbst konstruiert – Gartenhäuser, Pavillons und Schuppen bestehen in der Regel aus Holz und werden zumeist in Rahmenbauweise errichtet. Bevorzugt werden kesseldruckimprägnierte oder unbehandelte Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte, Tanne oder Lärche verarbeitet, so dass Sie sich in jedem Fall über schützende Anstriche und einen konstruktiven Holzschutz Gedanken machen sollten.

Wetterschutz für das Gartenhaus

Durch einige leicht zu realisierende Maßnahmen lässt sich schon bei der Konstruktion des Gartenhauses witterungsbedingten Schäden vorbeugen:

– Vermeiden Sie direkten Erdkontakt, das heißt: Pfosten sollten nicht direkt eingegraben und Rahmenhölzer nicht unmittelbar auf den Gartenboden gelegt werden.

– Große Dachüberstände schützen die Wände vor Regen.

– Schrägen Sie Pfosten ab, damit das Regenwasser ablaufen kann, oder schützen Sie sie mit Pfostenkappen vor eindringender Feuchtigkeit.

– Bringen Sie waagerechte Schalungen aus Brettern mit Nut und Feder so an, dass immer die Feder nach unten zeigt. So kann sich in der Nut kein Wasser sammeln.

– Wenn Sie senkrechte Verschalungsbretter unten anschrägen, bildet sich eine Tropfkante, an der das Regenwasser schneller abfließen kann.

– Legen Sie einen Streifen mit Kies rund um das Gartenhaus an, so wird verhindert, dass Regenwasser hochspritzen kann.

Neben diesen konstruktiven Maßnahmen sollten Sie Ihr Gartenhaus auch mit einem Anstrich schützen, denn lasiertes oder lackiertes Holz wird nicht so leicht schmutzig, verwittert nicht so schnell und bleicht langsamer aus. Ob Sie für den Anstrich einen Lack oder eine Lasur verwenden, ist Geschmackssache. Lasuren und Wetterschutzfarben bringen den Vorteil, dass man sie vor einem Neuanstrich in der Regel nur anschleifen muss. Bei lackierten Oberflächen ist das ein wenig aufwendiger, dafür haben Sie aber deutlich mehr Möglichkeiten bei der farblichen Gestaltung.