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Neuer Glanz für Holzdielen und Parkett

Holzböden benötigen einige "Streicheleinheiten", um ihre attraktive Erscheinung zu behalten.

Holzböden benötigen einige „Streicheleinheiten“, um ihre attraktive Erscheinung zu behalten.

Ein Holzfußboden ist langlebig, natürlich, umweltfreundlich und verleiht jedem Raum ein wohnliches Ambiente. Doch auch wenn Parkett und Holzdielen relativ robust sind, zeigen sich mit der Zeit nicht selten unschöne Laufspuren. Tische und Stühle, die nicht mit Gleitern versehen sind, können beim Verschieben Kratzer hinterlassen, Drehstühle im Arbeitszimmer können sogar für kleine Dellen auf dem Holz sorgen. Kleinere Beschädigungen wie oberflächliche Kratzer und Vertiefungen lassen sich relativ einfach und schnell mit einem handelsüblichen Reparaturset beheben. Gehen die Kratzer aber tiefer oder ist der ganze Boden betroffen, wird eine zügige Reparatur notwendig. Somit kann durch die beschädigte Versiegelung keine Feuchtigkeit eindringen und das Holz schädigen. Wie Sie strapazierten Holzböden mit ein wenig Geschick eine Verjüngungskur verpassen, lesen Sie hier.

Zuerst die Nutzschicht prüfen

Bevor es losgeht, sollten Sie unbedingt prüfen, ob die Nutzschicht des Bodenbelags noch ausreichend ist. In aller Regel können massives Parkett und massive Holzdielen aber häufiger renoviert und somit mehrfach in einen neuwertigen Zustand versetzt werden.

Ein Profigerät zum Schleifen

Mit einem geliehenen Profigerät – zum Beispiel aus dem Baumarkt – ist das Abschleifen auch im Do-it-yourself-Verfahren möglich. Für ein bestmögliches Ergebnis sollten Sie in mehreren Durchgängen mit immer feinerem Schleifpapier arbeiten. Dabei schleifen Sie möglichst nur diagonal zur Maserung des Holzes. Achten Sie aber unbedingt darauf, die laufende Maschine nicht an einer Stelle stehen zu lassen, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich eine Vertiefung im Boden bildet. Um keine Schleifpartikel einzuatmen, ist es zudem ratsam, beim Schleifen eine Staubschutzmaske zu tragen.

Schadstellen sorgfältig ausbessern

Sollte Ihr Holzboden Risse oder kleinere Beschädigungen aufweisen, müssen diese vor dem letzten Schleifgang repariert werden. Leichte Dellen im Holz lassen sich mit dem Schleifgerät glätten, schwieriger wird es mit größeren Wölbungen. Etwaige Feuchtigkeit sollte zunächst austrocknen, bevor Sie verzogene Dielen und Parkettstäbchen mit Nägeln oder Schrauben befestigen. Risse im Holz lassen sich gut mit einer fertigen Reparaturmasse oder einer Mischung aus Holzleim und dem Schleifstaub spachteln.

Lack, Öl oder Wachs?

Sind alle Schäden behoben, geht es ans Finish. Ob Sie sich für Lack, Öl oder Wachs entscheiden, hängt von der Beanspruchung ab. Während mit Lack versiegelte Böden belastbarer und pflegeleichter sind, bieten Wachse und Öle den Vorteil, dass das Holz atmungsfähig bleibt und seine Struktur besonders zur Geltung kommt. Allerdings sind gewachste oder geölte Holzböden längst nicht so pflegeleicht und abriebfest wie versiegelte. Ausschließlich mit Öl behandeltes Holz braucht die meiste Pflege, deshalb sollten Sie die Oberfläche nach dem Ölen zusätzlich wachsen. Unterm Strich bringt diese Methode die meisten Vorteile, weil das Holz seine Trümpfe für ein gesundes Raumklima voll ausspielen kann und es sich darüber hinaus problemlos nachbehandeln oder gezielt reparieren lässt.

Warum entscheiden sich trotzdem immer mehr für eine geölte Fläche?

Bei Beschädigungen einer lackierten Oberfläche muss für eine Reparatur meistens die gesamte Lackfläche komplett abgeschliffen werden. Bei Kratzern in einer geölten Oberfläche wird nur die Stelle um den Kratzer leicht angeschliffen und dann diese Stelle wieder mit einem Natur-Hartöl oder einem Hartwachsöl eingepflegt. Der Renovierungsaufwand ist deutlich einfacher als bei Lacken, dafür muss eine geölte Oberfläche öfter gepflegt werden.

Waschen statt schleifen

Während lackierte Holzböden für eine Instandsetzung immer komplett abgeschliffen und danach neu lackiert werden müssen, bietet sich für die komplette Instandsetzung geölter oder gewachster Holzoberflächen, die mit herkömmlichem Wischen nicht mehr gereinigt werden können, eine Ölwäsche als staubfreie Alternative an. Mit einer Poliermaschine, die Sie im Baumarkt ausleihen können, ist die Reinigungsprozedur relativ einfach und schnell erledigt. Außerdem benötigen Sie Polier- und Schleifpads – je nach Verschmutzungsgrad mit feiner bis mittlerer Körnung. Im ersten Arbeitsschritt tragen Sie die Ölwäsche satt auf den trockenen, besenreinen Boden auf und arbeiten sie mit der Poliermaschine ein, wodurch der Boden völlig staubfrei angeschliffen wird. Anschließend ziehen Sie den verschmutzten Öl-Überschuss mit einer Gummilippe ab und nehmen ihn mit einem Lappen oder Kehrblech auf. Im letzten Arbeitsschritt wird das Holz mit einem sauberen Polierpad gewienert. Nach sechs bis zwölf Stunden ist der Boden trocken, wieder begehbar und kann – falls nötig – mit einem Hartwachsöl oder Hartöl weiterbehandelt werden.

Tipp: Kleinere Stellen können Sie auch von Hand ausbessern oder die so behandelten Flächen auffrischen, indem Sie die Ölwäsche mit einem Lappen dünn auftragen.