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Die Küchenplatte neu ölen: Natürliche Flächen verlangen natürliche Pflege

Bei der Pflege von Holzoberflächen kommt es auf die richtige Behandlung an.

Bei der Pflege von Holzoberflächen kommt es auf die richtige Behandlung an.

Es macht Sinn, natürliche Materialien mit natürlichen Pflegemitteln zu behandeln. Schon Großmutter wusste, dass es nicht immer Chemie sein muss. Heute gibt es eine große Auswahl an naturbelassenen Pflegeprodukten.

Möbelpflege nach Großmutters Art

Um Holzflächen in der Wohnung ein schönes Aussehen zurück zu geben, gibt es viele bewährte Hausmittel. Großmutter hat zum Beispiel ihre „Eiche rustikal“ noch mit warmen Bier abgerieben. Wenn sie bei der „Bierkur“ das Holz noch zuerst mit einem Wolllappen und hinterher mit einem Seidentuch blank putzte, schaute die gute Anrichte fast wie neu aus. Doch ist dieses Mittel aus Großmutters Zeiten wirklich noch zeitgemäß? Eiche rustikal haben die wenigsten noch in Wohnung oder Haus. Und die Zeiten der Not und des Mangels sind ebenfalls vorbei.

Scharfe Säure als Pflege-Tipp eher fragwürdig

Dennoch sollte auch heute der Griff nach natürlichen statt chemischen Pflegemitteln aus Achtsamkeit vor der Umwelt ganz selbstverständlich sein. Besonders für den, der Wert auf eine natürliche Optik und Massivholz legt. Doch Achtung: Nicht jeder Oma-Tipp ist heute noch praxistauglich. So sollten früher hässliche schwarze Flecken auf den Holzmöbeln mit Salzsäure beträufelt werden. Ein eher fragwürdiger Tipp, der noch in den 1980er Jahren durch einschlägige Bücher mit Haushalttipps geisterte.

Leinöl als natürliche Alternative

Das gute alte Leinöl hingegen kann dagegen auch heute noch guten Gewissens zur Möbelpflege empfohlen werden. Nicht unbedingt das zum Verzehr mit Quark und Kartoffeln oder als Topping für den Tomatensalat gedachte aus dem Öl-Regal im Bio-Laden. Doch im gut sortierten Baumarkt findet sich das passende Natur- und Hartölprodukt in ökologisch einwandfreier Qualität.

Pflegetipps für die Küchenplatte: Schritt für Schritt

Vor dem Einölen, etwa der Arbeitsplatte in der Küche, sollte die Naturholzfläche gründlich gereinigt werden. Dabei hat lauwarmes Wasser noch einen positiven Nebeneffekt für die sich anschließende Pflege. Massivhölzerne Arbeitsplatten bestehen oft aus Ahorn, Buche oder Buche-Multiplex. Diese Oberflächen sind strapazierfähig, wasserbeständig und antistatisch. Aber nur dann, wenn sie mit Öl gesättigt und schichtbildend behandelt wurden. Das geht ganz einfach. Um die Holzarbeitsfläche vor zu viel Wasser, Fett oder anderen Verschmutzungen zu schützen, ist regelmäßige Pflege ein Muss.

Wasser will richtig dosiert werden

Handwarmes Wasser und weiche Wischtücher, zum Beispiel aus Baumwolle, genügen für den Normal-Pflegegang. Experten raten unbedingt von Microfasertüchern oder -pads ab. Sie tragen auf natürlichen und geölten Holzflächen das schützende Öl gleich wieder ab. Die Holzoberflächen außerdem nie mit scharfen Gegenständen bearbeiten. Flecken etwa von Getränken am besten umgehend entfernen und gar nicht erst ins Holz einziehen und eintrocknen lassen.

Was tun bei hartnäckigen Flecken?

Sehr stark verschmutzte Oberflächen sollten punktuell gereinigt oder ausgebessert werden. Was bereits tief ins Holz eingedrungen ist, weil der Ölschutz nicht ausgereicht hat, muss herausgescheuert werden. Nützlich kann in solchen Härtefällen die scharfe Seite eines Kunststoffschwamms sein. Wasser und Seife unterstützen. Und wenn nichts anderes mehr hilft, kann die Stelle mit Schleifpapier (120er) vorsichtig bearbeitet werden. Ist das Holz rundherum wieder trocken, sollte mit Originalmaterial der Schichtaufbau aus Hartöl und Wachs unbedingt ausgebessert und wieder hergestellt werden.

Regelmäßige Pflege muss sein

Überhaupt sollte die Ölpflege in größeren Abständen Routine sein, um das natürliche Aussehen der Massivholzflächen zu bewahren. Dazu Öl- oder Wachspflege mit einem Lappen oder weichen Pinsel auftragen. Die Pflegemittel brauchen etwas Zeit, um gut ins Holz einziehen zu können. Wurde die Fläche vor der Behandlung mit handwarmen Wasser „geöffnet“, haben die Holzfasern sich aufgerichtet und können die Ölkur gut aufnehmen.

Überschuss einfach mit einen Tuch abwischen

Hartholzöl dringt in den Untergrund ein und bildet so einen stark strapazierfähigen und harten Schutz der Arbeitsfläche vor Schmutz und Feuchtigkeit. Die Hartöl-Pflegemittel trocknen recht rasch. Sollte ein Überschuss auf der Fläche verbleiben, kann mit einem weichen, trockenen, fusselfreien Tuch entfernt werden, was vom Holz nicht aufgesogen wurde. Dieser Arbeitsschritt kann bereits nach zehn bis 15 Minuten erfolgen. Noch ein Tipp: Bei der Pflege darf es nicht zu kalt im Raum sein. Bei normaler Zimmertemperatur sind die Pflegemittel geschmeidig und können gut ins Holz einziehen. Es kann nicht schaden, an verdeckter Stelle auszuprobieren, ob sich die Holzfarbe durch Öl- und Wachs verändert. Wird das Pflege- und Versiegelungsmittel gleichmäßig verteilt, sollten sich aber keine Flecke abzeichnen, sondern es entsteht eine gleichmäßig seidenmatte Oberfläche.

Schutzschicht gut aushärten lassen

Bei ganz neuem Holz oder für eine gründliche Erneuerung durch einen Anstrich kann die Fläche auch gut insgesamt angeschliffen werden. In einem solchen Fall könnten auch ein Zwischenschliff nach der Trocknung und ein mehrmaliges Auftragen des Öls nach der gründlichen Staubentfernung angebracht sein. Wichtig: Hartholzöle sollen keine Schicht auf der Oberfläche bilden, sondern der Schutz soll in das Holz eindringt und die Poren des Naturstoffes auskleidet und so die Küchen-Oberfläche ganz natürlich versiegelt aber nicht luftdicht verschließt. Die Trockenzeiten für solche Komplettanstriche liegen zwischen acht Stunden (staubtrocken) und 24 Stunden für einen zweiten Schliff und Anstrich. Erst nach etwa vier Wochen ist der neue Schutz aus Öl und Wachs voll ausgehärtet. So lange sollte die Fläche noch schonend behandelt werden.