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Die Decke neu streichen ganz ohne Tropfen: Mit Köpfchen arbeiten – aber nicht zu lange über Kopf

Die Decke streichen - so geht's. Hier finden Sie Tipps. Foto: thx

Die Decke streichen – so geht’s. Hier finden Sie Tipps. Foto: thx

Die Zimmerdecke wird häufig stiefmütterlich behandelt. Dabei ist sie die einzige Stelle im Zimmer, die immer uneingeschränkt präsent ist, da sie von keinem Möbelstück verdeckt werden kann. Das Streichen der Decke gehört gleichwohl nicht zu den beliebtesten Heimwerker-Tätigkeiten. Dabei ist es – wenn man einige Dinge beachtet – ein echtes Kinderspiel. Wir geben Tipps für Ihre nächste Renovierung.Eine gute Vorbereitung gehört dazu

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte der Heimwerker vor einem neuen Deckenanstrich zunächst die alte Decke gründlich prüfen. Soll alte Tapete überstrichen werden, muss diese noch überall – auch in Ecken – fest verklebt sein. Farbe oder vorhandener Putz sollte so gut aufgetragen worden sein, dass er auch mit dem zusätzlichen Gewicht der neuen Farbe noch hält. Ist die alte Decke etwas marode, sollten alte Anstriche, Putz oder Tapetenbahnen möglichst komplett entfernt werden. Sonst ist die Gefahr groß, dass die neue Farbe noch vor der Trocknung der Schwerkraft folgt. Und im schlimmsten Fall nimmt sie alten, losen Untergrund mit zu Boden.

Mischen nach Rezept beim Fachmann

Decken werden gern mit Rauhfaser tapeziert und dann mit Dispersionsfarben weiß gestrichen oder eingefärbt. Will man sich nicht auf eine Farbe festlegen, kann man auch mit „elektronischer“ Deckenfarbe arbeiten. Mit LED-Leuchtelementen lässt sich einen weiße Decke beliebig nach Lust und Laune immer wieder anders „einfärben“. Wer jedoch einen beständigen Farbton bevorzugt, sollte sich seinen Wunschton vom Fachmann mischen lassen. Fachhändler vor Ort bieten diesen Service an. Dies hat den Vorteil, dass genau dieses Farb-„Rezept“ nachgeordert werden kann. Bevor der Pinsel oder die Rolle geschwungen wird, heißt es: Alles ordentlich abkleben, was von der neuen Farbe verschont bleiben soll – Lichtschalter, Sockeln, Teile der Deckenbeleuchtung, die sich nicht demontieren lassen, Tür und Fensterzargen. Auch der Fußboden sollte vor Spritzern gut geschützt werden.

Saubere Übergänge von Wand und Decke

Schutz vor eventuellen Farbspritzern benötigt auch die Wand, sofern nicht ein einheitlicher Farbton für Decke und Wände geplant ist. Sollen Decke und Wand in verschiedenen Farbtönen ausgeführt werden, überstreicht der Profi die obere Ecke der Wandseite mit dem Farbton der Decke (ein bis zwei Zentimeter) und überstreicht diese nach dem Trocknen mit der Wandfarbe. Dabei geht der erfahrene Maler nur zwei bis drei Millimeter an die obere Ecke, dadurch bekommt er auch bei Unebenheiten einen sauberen Übergang hin.

Gründliche Vorarbeit erspart viel Nacharbeit

Malerkrepp und Malervlies schützt Wände, Fenster, Türen und Böden vor der „verkehrten“ Farbe. Möbel können mit Folie abgedeckt werden und müssen gegebenenfalls weiter rücken, damit der Maler wirklich in jede Decken-Ecke gelangen kann. Gründliches Abkleben und Abdecken erspart später mühsames Schrubben. Apropos: Spinnweben und Fliegendreck sollten vor dem Streichen von Decken und aus Ecken gründlich entfernt sein. Ebenso Fett und Rauchspuren. Besonders bei weißen Anstrich oder hellen Tönen.
Beim Einfärben der Decke können dunkle Töne wiederum das Raumgefühl stark beeinflussen. Dass sollte bei der Planung nicht unberücksichtigt bleiben.

Rolle oder Pinsel?

Beginnen sollte der Anstrich um die abgeklebten engen Stellen herum. Überall, wo Decke und Wände aufeinander treffen und Ecken und Kanten sind, kommt statt der raumgreifenden Rolle besser ein Pinsel zum Einsatz. Die Decke wird immer zuerst gestrichen, auch wenn die Wände genau denselben Anstrich bekommen sollen, Es sollte viel Farbe aufgenommen und sorgfältig verstrichen werden. Sind die kritischen Stellen gut eingefärbt, bekommt die Rolle ihren Auftritt. Aber nicht zu schnell rollen, weil es dann mehr spritzt. Auch wenn man mit der Malerrolle gut vorankommt, sollte immer sofort kontrolliert werden: Ob sich Tropfnasen bilden.

So rollt es richtig

Teleskopstange und eine kleine Leiter können die Arbeit in der Höhe enorm erleichtern. So erspart man sich das allzu lange Über-Kopf-Arbeiten, was auf den Rücken gehen kann. Ist eine größere Deckenfläche einzufärben oder zu weißen, kann auch ein kleineres Gerüst hilfreich sein. Die gibt es im Baumarkt auszuleihen. Bei kleinen Räumen genügt aber die Teleskopstange oder die haushaltübliche Trittleiter. Die Farbe auf der Rolle muss am Abstreichgitter gut und gleichmäßig verteilt worden sein, damit es richtig „rollt“ und wenig tröpfelt.

Geduldig bis zum zweiten Anstrich

Noch ein Tipp: Beim Deckenstreichen immer weg vom Licht arbeiten. Sonst übersieht man gern Streifen, die später echt ärgerlich sind. Am sichersten streicht und rollt man zuerst längst zum Lichteinfall und sofort quer hinterher, um die Farbe gleichmäßig auf den sauberen und glatten Untergrund aufzutragen. Wenn eine Naht der Tapete beim Streichen aufgeht, einfach etwas Farbe dahinter und wieder andrücken, es muss nicht extra Kleister zur Anwendung kommen.

Sauberhaltende Abklebungen sollte nicht zu früh entfernt, Pinsel und Rolle nicht zu rasch ausgewaschen werden. Oft muss dem ersten ein weiterer Deckenanstrich folgen. Tropfen und Flecken hingegen sollten nach jedem Durchgang sofort entfernt und weggewischt werden, bevor diese richtig antrocknen. Für einen Anstrich von neuer Rauhfaser benötigt man etwa 170 Milliliter je Quadratmeter Farbe. Ein 10-Liter-Eimer ergibt so ungefähr 60 Quadratmeter eingefärbte Decken- oder Wandfläche.